Das Anaga-Massiv im äußersten Nordosten ist der geologisch älteste Teil Teneriffas und hat mit den kargen Vulkanlandschaften des Südens keinerlei Ähnlichkeit. Seit Jahrmillionen von Wind und Niederschlag zerklüftet, ragen hier scharfkantige Basaltkämme auf, die von reliktischen Lorbeerwäldern überwuchert sind. Diese dichten Wälder stellen ein lebendes Fossil aus dem Tertiär dar, das andernorts im Mittelmeerraum während der Eiszeiten vollständig verschwand.
Feuchtigkeit und anspruchsvolle Trittsicherheit
Das Mikroklima im Anaga sorgt dafür, dass die Pfade fast ganzjährig von feuchtem Moos, feuchtem Vulkanton und glatten Baumwurzeln geprägt sind. Leichte Halbschuhe mit glatter Sohle führen auf den steilen Abstiegen in Richtung Küste schnell zu Stürzen. Feste Wanderstiefel mit tiefem Profil und griffigem Gummigemisch sind hier keine übertriebene Vorsicht, sondern zwingende Grundausstattung.
Geheimnisvolle Pfade und Naturschutzauflagen
Große Teile des Gebirges stehen unter strengstem Schutz als Biosphärenreservat. Beliebte Abschnitte wie der El Pijaral erfordern eine behördliche Vorabgenehmigung, die wochenlang im Voraus vergeben wird. Respektieren Sie diese Beschränkungen unbedingt, um die hochempfindliche Flora vor Bodenverdichtung und Erosion zu bewahren.
Orientierung bei plötzlichem Nebelaufzug
Der Passatnebel kann die Sichtweite innerhalb von fünfzehn Minuten auf unter zehn Meter reduzieren. Da der Mobilfunkempfang in den tiefen Schluchten oft abreißt, sollten Sie sich niemals ausschließlich auf Online-Karten verlassen. Führen Sie stets vorab heruntergeladene Höhendaten mit und brechen Sie Gratwanderungen bei auffrischendem Sturm rechtzeitig ab.
