Geschichte – Guanchen & Kolonialzeit

Lange bevor die spanischen Eroberer im späten 15. Jahrhundert den Archipel erreichten, wurde Teneriffa von den Guanchen besiedelt – einem naturverbundenen Volk vermutlich nordafrikanischen Ursprungs. Sie lebten als Hirten, nutzten Höhlen als Wohn- und Grabstätten und verständigten sich über weite Distanzen im gebirgigen Terrain durch eine einzigartige Pfeifsprache (Silbo). Die Insel war in neun autonome Königreiche (Menceyates) unterteilt, die von jeweiligen Königen (Menceyes) regiert wurden.

Als die Krone von Kastilien unter Alonso Fernández de Lugo die Insel einnehmen wollte, leisteten die Guanchen erbitterten Widerstand. In der Ersten Schlacht von Acentejo im Jahr 1494 lockten sie die Spanier in eine steile Schlucht, wo diese in ihrer schweren Rüstung keine Chance hatten. Diese vernichtende Niederlage brachte dem Ort bis heute den Namen La Matanza de Acentejo („Das Gemetzel“) ein. Erst durch militärische Überlegenheit und Bündnisse konnte die Eroberung nach der darauffolgenden Schlacht vollendet werden – woraufhin das benachbarte Städtchen den Namen La Victoria de Acentejo („Der Sieg“) erhielt.

Mit der Unterwerfung im Jahr 1496 wandelte sich Teneriffa zu einem entscheidenden Stützpunkt und Handelsknotenpunkt im Atlantik zwischen Europa, Afrika und der Neuen Welt. Historische Altstädte wie San Cristóbal de la Laguna, das heute zum UNESCO-Welterbe gehört, zeugen noch eindrucksvoll von dieser Kolonialgeschichte und der Verschmelzung verschiedener Kulturen.